The Work of Byron Katie im beruflichen Alltag

Love it, leave it or change it. Oft taucht dieser Spruch auf wenn es um eine Arbeitssituation geht, die unbefriedigend oder belastend ist. Die Arbeitssituation ist dabei jedoch lediglich die Spitze des Eisbergs. Die tatsächliche Belastung wird in fast allen Fällen durch eine emotionale Welle von Ärger, Wut, Trauer oder Angst verstärkt. Dieser Anteil, und das ist das spannende, wird nicht durch die Situation selbst verursacht, sondern vielmehr dadurch, wie wir mit der Situation umgehen. Genauer gesagt geht es um unsere Überzeugungen, Meinungen und Bewertungen, die wir einer Situation anheften. Das sind die häufigsten Stressoren in nahezu allen Lebensbereichen und eben auch im Beruf. Das wussten schon die alten Griechen und Epiktet, der stoische Philosoph erkannte vor über 2000 Jahren, dass es nicht die Dinge sind, die uns beunruhigen, sondern unsere Meinungen und Vorstellungen von den Dingen.



Akzeptanz und Hingabe - Der direkte Weg zur Lösung

Was wäre, wenn wir in der Lage wären, belastende Situationen erst einmal so anzunehmen, wie sie im jeweiligen Augenblick sind, anstatt uns innerlich in einem geistigen Kampf dagegen zu stellen? Hätten wir dadurch eventuell mehr Energie zur Verfügung für das, was wir wirklich beeinflussen und damit auch verändern können?


Wie wäre es, wenn wir uns in einer belastenden Situation direkt an einer Lösung ausrichten könnten, ohne unter hohem Energieverbrauch mental gegen die Wirklichkeit anzukämpfen?


Es ist ein hoffnungsloser Versuch gegen das, was bereits geschieht oder geschehen ist, mental anzukämpfen. Und trotzdem scheint es der Normalzustand bei vielen Menschen zu sein. Genau genommen halten wir uns selbst und unsere Mitmenschen zum Narren, wenn wir Dinge sagen, wie z.B. „das darf oder kann ja wohl nicht wahr sein“ und uns emotional in eine unwahre und schmerzhafte Geschichte hineinsteigern. Das Ganze passiert unbewusst und scheinbar automatisiert. Es ist wie ein Programm, das in uns abläuft. Die positive Nachricht ist, dass wir uns das Programm bewusst machen können, damit wir es im Anschluss hinterfragen und zugunsten unseres Wohlbefindens ändern können.



Und wie können wir uns bewusst machen, wenn wir uns mal wieder in einer schmerzhaften Überzeugung verlieren, die nicht der Wahrheit entspricht?

Wir können es darin erkennen, wenn wir ein schlechtes Gefühl haben. Dann können wir mit The Work of Byron Katie unsere Aufmerksamkeit bei einem unangenehmen äußeren Ereignis nach innen richten und beobachten, welche konkreten Überzeugungen und Gedanken unsere Emotionen auslösen und umgekehrt. Manchmal liegt der erste Schritt auch darin, das betreffende Gefühl besser kennenzulernen, ihm Raum zu geben und es bewusst mit dem Herzen wahrzunehmen, bevor es an die Überzeugungen geht.


Wenn wir dann belastende Gedanken auf Gültigkeit und Nützlichkeit überprüfen, erkennen wir das Ursache-Wirkung-Prinzip für unseren Widerstand und Stress und lernen uns besser zu reflektieren.


Wir können nur verändern was uns auch bewusst ist. Das ist die Basis um blockierte Energie freizusetzen. Je öfter wir es tun, desto achtsamer werden wir und können damit effizienter mit Belastungen am Arbeitsplatz umgehen.




Mit The Work of Byron Katie zum lösungsorientierten Mindset


Das Beispiel mit der Vorgesetzten

Stelle dir mal folgende Situation vor. Du hast mit deiner Vorgesetzten eine Besprechung gehabt, in der sie nicht auf deine Ideen und Vorschläge eingegangen ist sondern stattdessen ihre eigene Idee durchgesetzt hat. Nun sitzt du an deinem Arbeitsplatz und spürst Frust, Zorn und eine Anspannung im Körper.


Wenn in einer Situation wie in diesem Beispiel bei dir ähnliche Gefühle entstehen, ist die Ursache dafür ein Gedanke und zwar meistens in Form einer Interpretation oder Bewertung. Hier beginnt the Work of Byron Katie.

Der Gedanke, der den Stress verursacht ist nicht „meine Chefin geht nicht auf meine Vorschläge ein“ , sondern eher etwas in die Richtung wie „meine Chefin ist ignorant“ , „meine Chefin respektiert mich nicht“ oder „Sie sollte auf mich hören.“. Das Erkennen des stresserzeugenden Gedankens ist schon der erste große Schritt bei The Work. Nun können wir ihn mit Hilfe der 4 Fragen und der Umkehrtechnik überprüfen.


The Work in Aktion


Nehmen wir mal in diesem Beispiel den Gedanken:

„Sie sollte auf mich hören.“

Ich gehe damit in Stille, schließe meine Augen und stelle mir die Fragen und lass mich überraschen ob ich auf Antworten stoße, die ich noch nicht kenne.


Sie sollte auf mich hören.


Ist das wahr?

Ja!

Kann ich absolut sicher sein, dass es war ist?

Zuerst will ein Ja raus und ich erkenne, dass es ein reaktives Ja ist. Ich geh noch mal nach innen und nach ein paar Sekunden taucht auf einmal ein Nein auf. Mir wird klar, dass ich mir nicht absolut d.h. zu 100 % sicher sein kann, dass meine Idee zum Erfolg führt.

Was passiert, wie reagiere ich wenn ich den Gedanken glaube?

Mein ganzer Körper spannt sich an, Wut und Zorn entstehen und ich füttere meinen Unfrieden mit sich wiederholenden interpretierenden Gedanken. Ich gebe ihr gedanklich die Schuld dafür, dass ich mich gerade so fühle und sehe mich als Opfer.

Wer wäre ich ohne den Gedanken?

Ich wäre bewusst, ich wäre bei mir und könnte die Ideen und das Verhalten meiner Chefin wertungsfrei reflektieren. Mein Körper würde entspannt bleiben, ich würde meine Energie sparen und meine Nerven schonen.


Umkehrungen:

Ich sollte auf mich hören.

1.Bsp. Ich sollte darauf hören, dass mir mein Körper durch seine Anspannung mitteilen möchte, dass ich gerade gegen die Realität kämpfe.

2.Bsp. Ich sollte auf mich hören, welches konkrete Bedürfnis hinter meiner emotionalen Reaktion steckt.

3.Bsp. Ich sollte auf mich hören, weil ich ich das schon mehrere Male erlebt habe und mir gesagt habe, dass ich mich nicht mehr reinsteigern will.


Ich sollte auf sie hören.

1.Bsp. ich sollte ihr aktiv zuhören anstatt meine Aufmerksamkeit auf meine Interpretationen und Geschichten zu richten, da mir sonst wichtige Informationen entgehen können.

2.Bsp. Wenn ich ganz tief in mich gehe, fällt mir ein Beispiel ein wo sie sich schon mal in der Vergangenheit durchgesetzt hatte und sich herausstellte, dass es die richtige Entscheidung war.

3.Bsp. So kann ich lernen und zwar in beiden Fällen, sollte sie Recht behalten oder falsch liegen mit ihrer Entscheidung.


Sie sollte nicht auf mich hören.

1.Bsp. Sie tut es nicht in dem speziellen Moment. Sie hat ihre Gründe dafür warum sie tut was sie tut.

2.Bsp. Damit bewirkt sie, dass ich erkenne, wie sehr ich darunter leide, wenn ich mich in meinen konditionierten Gedanken und Überzeugungen verliere.

3.Bsp. Es hilft mir dabei, den Weg nach innen zu gehen, weil ich meine Freude und meinen Frieden auch dann spüren möchte, wenn etwas im Außen anders läuft als mein Verstand es sich vorstellt.


Das Beispiel dient zur Verdeutlichung, wie wir mit The Work of Byron Katie

andere Sichtweisen erschließen können und ein lösungsorientiertes Mindset entwickeln. Die Beispiele für die Umkehrungen kommen aus einer gewissen Tiefe und nicht aus dem konditionierten Verstand, wenn wir uns den Raum und die Stille dafür erlauben. Man könnte nun noch gezielt unterstützende Maßnahmen definieren um bestimmte Umkehrungen auch mehr im Alltag zu leben.


Die Umkehrung: „Ich sollte auf mich hören, welches konkrete Bedürfnis hinter meiner emotionalen Reaktion steckt“, könnte ich im Alltag leben, indem ich mehr daran arbeite mich selbst zu reflektieren und mir über meine Bedürfnisse klar werde. Das könnte dazu führen, dass ich eine bewusste Entscheidung treffen kann, ob ich etwas an meinem Umgang mit dem Job verändere oder ich ihn doch verlasse und nicht mehr soviel im Gedankenkarussell unterwegs bin.


Der Prozess von the Work of Byron Katie ist sehr simpel und gleichzeitig sehr wirkungsvoll. Am Besten funktioniert er am Anfang, wenn du dich durch ihn begleiten lässt.


Am 29.11.2022 biete ich einen kostenlosen Online Workshop zu The Work of Byron Katie im Business wo du auch mal eine direkte Erfahrung machen kannst. Hier gehts zur Anmeldung…Ich freu mich auf dich.